Wie Kinder Teilen lernen

„…, aber ich hatte es zuerst …. , … das habe ich bekommen … “ (vor einem Jahr – keiner von uns weiß mehr, wer es wirklich bekommen hat und ob es überhaupt von uns ist) …. die Kinder kramen in der Spielkiste, einer von gefühlten 1000 Kisten mit Kleinteilen wie: Ringchen, Figürchen, Armbändchen, Legoteilen etc. … . Natürlich möchte man niemandem zu Unrecht sein Spielzeug entziehen. Es klingt wie ein typischer Streit unter Geschwistern und doch kann man diesen auch auf die Freundschaften des Kindes übertragen, obwohl die kleinen Mäuse da noch eher teilen können als mit Bruder oder Schwester – zumindest meistens.

Anfangs dachte ich: „Hier stimmt doch etwas nicht.“. Doch durch Besuche bei Freunden und Verwandten, welche auch mehrere Kinder haben, bemerkte ich schnell: alles normal und – high five – wir sind nicht allein.

Wir wissen, was passieren wird. Der Versuch eine Einigung zu finden wird länger dauern und nach einer zweistündigen Klärung des ganzen Dilemmas werden unsere bezaubernden Mäuse in circa 15 Minuten nicht einmal mehr an diesen einzig wahren Schatz denken, für den sie kurz zuvor ihrem Geschwisterchen am liebsten an die Gurgel gegangen wären.

Doch woraus entstehen solche Situationen?

Prinzipiell müssen wir uns als Eltern eines vor Augen halten: Kinder sind kleine Egoisten! Für sie gibt es nur entweder schwarz oder weiß. Das ist kein böser Wille und es ist auch nicht weiter schlimm. Hätten wir keine Kinderstube genossen wären wir genauso: Meins – Basta!

Doch wie nimmt man nun Einfluss auf die gesellschaftlich verordnete Regel des richtigen Teilens? Und da sind wir auch schon mitten im Kern des Problemes. Kinder sollen in unserer Ellenbogengesellschaft egoistisch sein, doch trotzdem auch richtig teilen – ja sogar empathisch sein – ein schmaler Grat, der schwierig zu erklären und zu meistern ist – je schwieriger umso jünger unser kleiner Draufgänger ist. Gerade dort stecken wir in der Zwickmühle. Kinder bis zum 3. Lebensjahr identifizieren sich sehr stark über Dinge, welche ihnen wichtig sind. Das Feuerwehrauto ist in dem Moment das Wichtigste auf der Welt und nimmt es ein anderes Kind weg, so ist der kleine Rabauke doch kein richtiger Feuerwehrmann mehr – das müssen die anderen doch verstehen!

Gefühle kommunizieren – Eigentum respektieren

Versuchen Sie also nun die Gefühle des anderen Kindes in die Welt ihres Kindes zu übertragen. Das klingt komplizierter als es ist. Kommunizieren Sie Ihrem Kind eben genau die Gefühlslage in der sich das Gegenüber gerade befindet.  Ich weiß, was Sie nun sagen werden: die Einsicht kommt selten. Manchmal müssen Kinder solche Dinge einfach auch unter sich ausmachen, denn auch das stärkt soziale Kompetenzen und erhöht die Frustrationstoleranz. Für die frühkindliche Entwicklung ist es auch wichtig, mal einen Gegenstand für sich zu behalten – wenn es sein muss auch gegen den Rest der Welt. Respektieren Sie das Eigentum des Kindes. Bestrafen Sie Ihr Kind nicht dafür, dass es seinen Besitz schützen möchte. Je nachdem wie jung Ihr Kind ist, können Sie auch direkt darauf eingehen und Ihr Kind fragen, wie es gerade empfindet. Es ist wichtig, dass das Kind lernt, seine Gefühle auszudrücken und den wirren Empfindungen in seinem Kopf einen Namen zu geben.

Geschenke für Empathie und positive Bestärkung

Kinder lieben es zu basteln und anschließend die Kunstwerke mit ihren Mitmenschen zu teilen. Die Mami,  der Papi, die Oma und sogar die Kindergärtnerin werden mit Selbstgebasteltem aller Art beschenkt. Nehmen Sie die Freude des Kindes, welche es beim Schenken hat, auf. Ihr Kind wird neben dem positiven Feedback, das es bekommt auch in seiner „Geberlaune“ bestärkt und lernt zudem noch, dass es toll ist Anderen eine Freude zu machen, ganz ohne Gegenleistung.

 

 

 

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